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Vibe Coding: Wir bauen Ihre individuelle Software

Andrej Karpathys Begriff aus dem Februar 2025 ist längst kein Tweet mehr, sondern ein Werkzeug. Wir ordnen ein, was Vibe Coding 2026 wirklich leistet – und warum wir kundenspezifische Anwendungen gerade jetzt mit Augenmaß umsetzen.

Vor gut einem Jahr hat Andrej Karpathy einen Begriff in die Welt gesetzt, der seither nicht mehr aus den Schlagzeilen verschwindet. Im Februar 2025 schrieb der Mitbegründer von OpenAI auf X von einer neuen Art zu programmieren: Man gebe sich ganz den „Vibes" hin, lasse die KI den Code schreiben und vergesse dabei fast, dass es Code überhaupt noch gibt. Was als lockerer Tweet begann, wurde im März 2025 von Merriam-Webster als „Slang & Trending" aufgenommen und 2025 zum Wort des Jahres im Collins English Dictionary gekürt – und 2026 zur Frage, mit der jeder Geschäftsführer früher oder später konfrontiert wird: Brauchen wir das? Können wir das? Was bringt uns das? 

Die Antwort ist, wie so oft bei KI-Themen, nicht schwarz oder weiß. Karpathy selbst hat im Dezember 2025 eingeräumt, dass er inzwischen rund 80 Prozent seines Codes nicht mehr selbst tippt, sondern von KI-Agenten schreiben lässt. Im November war es noch andersherum. Ein bemerkenswertes Achselzucken seitens eines der bekanntesten Entwickler der Welt. Gleichzeitig haben sich die Begriffe verschoben: Karpathy spricht heute lieber von „agentic engineering", weil das Schlagwort Vibe Coding inzwischen alles und nichts bedeutet – vom schnellen Wochenend-Hack bis zur produktiv eingesetzten Unternehmensanwendung. 

Genau hier liegt für uns als Agentur in Wangen im Allgäu der Punkt, an dem es spannend wird – und an dem wir genauer hinsehen.

Was Vibe Coding wirklich kann

Wer in den vergangenen Monaten auf LinkedIn oder TikTok unterwegs war, hat eine bestimmte Geschichte oft gehört: Jemand baut in der Mittagspause eine App, ein Dashboard, ein kleines Tool – mit Werkzeugen wie Lovable, Cursor, Replit, Bolt oder Claude Code. Beeindruckend, ja. Aber eben nur die Hälfte der Wahrheit. Eine Untersuchung von 1.645 öffentlich zugänglichen Lovable-Projekten zeigte, dass 170 davon kritische Sicherheitslücken hatten – offene Datenbankzugänge, exponierte API-Schlüssel, fehlende Authentifizierung. Eine Analyse des Anbieters CodeRabbit von 470 Open-Source-Pull-Requests fand zudem, dass von KI mitgeschriebener Code rund 1,7-mal mehr schwerwiegende Mängel und 2,74-mal mehr Sicherheitslücken aufwies als rein menschlich verfasster. 

Heißt das, Vibe Coding ist eine Spielerei? Nein. Heißt es, man sollte damit blind in die Produktion gehen? Auch nein. Es bedeutet schlicht: Die Methode ist genau dort wertvoll, wo Geschwindigkeit und „gut genug"-Lösungen mehr zählen als Wartbarkeit über Jahre. Interne Tools, Dashboards, Datenauswertungen, Prototypen, kleine Automatisierungen im Tagesgeschäft – also genau die Aufgaben, an denen klassische IT-Projekte traditionell scheitern, weil sie zu klein für ein Lastenheft und zu groß für die Excel-Tabelle sind.

Ein konkretes Beispiel aus dem Mittelstand: Ein Vertriebsteam möchte Kundendaten aus drei Systemen zusammenführen, einmal wöchentlich, mit ein paar einfachen Kennzahlen. Klassische Entwicklung: drei Wochen, vier Termine, ein hübsches Angebot, eine Rechnung im niedrigen fünfstelligen Bereich. Mit moderner KI-Unterstützung und einem erfahrenen Begleiter: zwei bis drei Tage, eine Demo am Donnerstag, eine fertige Anwendung am Freitag. Nicht für jeden Anwendungsfall – aber eben für deutlich mehr, als noch vor zwei Jahren wirtschaftlich denkbar war.

Warum wir das für unsere Kunden umsetzen

Wir nutzen KI seit Längerem im Tagesgeschäft – nicht aus Marketinggründen, sondern weil sie uns produktiver macht. Genau deshalb sehen wir auch die Grenzen. Reines „Vibe Coding" als Selbstläufer, bei dem niemand mehr in den generierten Code schaut, ist nichts, was wir in einem Kundenprojekt verantworten würden. Was wir gerne tun: KI-gestützte Entwicklung mit dem kombinieren, was Agenturarbeit ausmacht – sauberes Briefing, klare Prozesse und ein Mensch, der den Code liest, prüft und versteht. Das ist langsamer als die LinkedIn-Demo, aber deutlich näher an einer Software, die nicht in drei Monaten zum Wartungsfall wird.

Für unsere Kunden im Allgäu, am Bodensee und darüber hinaus heißt das: Wenn Sie ein wiederkehrendes Problem im Tagesgeschäft haben, das sich mit einer kleinen, klar umrissenen Anwendung lösen ließe – einen internen Konfigurator, ein Reporting-Tool, eine Schnittstelle zwischen zwei Systemen, einen Spezial-Rechner für Ihre Vertriebsmannschaft –, dann ist 2026 der Moment, an dem sich die Rechnung das erste Mal anders aufstellt. Was vor zwei Jahren als unwirtschaftlich galt, weil das Verhältnis aus Aufwand und Nutzen nicht passte, wird mit den heutigen Werkzeugen plötzlich machbar. Nicht im Sinne einer Wunderwaffe, sondern als zusätzliche Option neben klassischer Entwicklung, Standardsoftware oder einer Automatisierung über Plattformen wie Make oder Zapier.

Wir sehen unsere Rolle darin, diese Option realistisch einzuordnen. Welche Idee taugt für einen schnellen Prototypen, mit dem Sie intern testen, ob die Richtung überhaupt stimmt? Welche Anwendung kann tatsächlich produktiv eingesetzt werden, wenn ein erfahrenes Team Architektur, Datenschutz und Wartbarkeit mitdenkt? Und wo wäre eine fertige Software vom Markt am Ende doch die klügere Wahl? Diese Fragen beantworten wir lieber gemeinsam mit Ihnen am Tisch, als sie unter dem nächsten Buzzword zu begraben.